Warum hier keine Preisangabe für Welpen steht
Wer nach den Kosten für einen Deutsch Kurzhaar sucht, findet schnell Zahlen. Woher sie stammen, bleibt meist offen. Der DK-Verband veröffentlicht keinen Richtpreis, und auch die Klubs nennen keine Spanne. Deshalb steht auf dieser Seite keine Zahl für den Welpen.
Interessant ist, wo der Welpenpreis in den offiziellen Regeln überhaupt auftaucht. Die Zuchtordnung des DK-Verbands erwähnt den „Preis eines Welpen im Alter von zwei Monaten“, und zwar als Bezugsgröße für die Deckvergütung, also das, was der Halter einer Hündin dem Rüdenbesitzer zahlt. Einen Betrag nennt sie nicht. Der Preis ist Sache des einzelnen Züchters.
Auch die Welpenanzeigen auf der Website des DK-Verbands helfen beim Preisvergleich nur bedingt. Sie sind für Züchter kostenlos, und der Verband weist ausdrücklich darauf hin, dass er die Angaben nicht auf Richtigkeit überprüft.
Was sich sagen lässt: Im Zuchtbuch Deutsch Kurzhaar werden in normalen Jahren um die 1.200 Welpen eingetragen. Im Corona-Zuchtjahr 2021 waren es 1.800. Das Angebot ist also überschaubar. Wer einen Welpen ohne Ahnentafel des DK-Verbands sofort und günstig angeboten bekommt, sollte genau hinschauen. Wie du einen seriösen Züchter erkennst und welche Fragen du stellen solltest, erklärt der Ratgeber zu Deutsch Kurzhaar Welpen.
Die folgenden Abschnitte zeigen dir stattdessen, wofür du bezahlst und welche Posten danach kommen.
Was im Welpenpreis steckt
Ein Welpe aus dem Zuchtbuch des DK-Verbands hat eine Vorgeschichte, die Geld kostet, lange bevor er geboren wird. Die Zuchtordnung verlangt für beide Elterntiere:
- eine bestandene Solms, AZP, HZP oder VGP mit vollständiger Wasserarbeit
- einen Formwert von mindestens „gut“ in der Altersklasse auf einer Zuchtschau
- den Härtenachweis, beim Rüden verpflichtend, bei der Hündin erwünscht
- Röntgenbefunde für Hüfte (HD A1 bis B2) und Schulter (OCD frei)
- eine Blutprobe für die DNA-Bank und einen DNA-Abstammungsnachweis
Jeder dieser Punkte bedeutet Ausbildung, Prüfungsgebühren, Fahrten, Tierarzt und Zeit. Dazu kommt die Deckvergütung für den Rüden.
Nach der Geburt geht es weiter. Der Wurf wird vom Zuchtwart des Vereins abgenommen, frühestens zum Ende der 7. Woche. Alle Welpen werden in der 7. bis 9. Woche gechippt, vor der Abgabe nach den Empfehlungen der StIKo Vet geimpft und entwurmt. Abgegeben werden sie erst nach Vollendung der 8. Woche. Bis dahin braucht ein Wurf Futter, Platz, Pflege und sehr viel Aufmerksamkeit.
Zum Schluss erhält jeder eingetragene Welpe eine Ahnentafel. Sie ist ein „wortgetreuer Auszug aus dem Zuchtbuch“, trägt die Embleme von DK-Verband, VDH, JGHV und FCI und gilt als Urkunde. Was diese Befunde für die Gesundheit bedeuten, erklärt der Ratgeber zur Gesundheit.
Die Erstausstattung
Bevor der Welpe einzieht, kommt eine Liste von Anschaffungen zusammen. Manche Dinge kaufst du einmal, andere wachsen mit dem Hund oder verschleißen.
Einmal oder selten:
- Transportbox für das Auto, passend für einen ausgewachsenen Hund dieser Größe
- Liegeplatz im Haus, gern mit waschbarem Bezug
- Näpfe für Futter und Wasser
- Hundepfeife für den Rückruf
Mit dem Hund wachsend:
- Halsband und Brustgeschirr, oft in mehreren Größen nacheinander
- kurze Leine für den Alltag
- Schleppleine für das Training im Gelände
- Kauartikel und Spielzeug, die ein junger Kurzhaar zuverlässig zerlegt
Für Training und Beschäftigung:
- Dummys in unterschiedlichen Gewichten
- Futterbeutel für die Belohnung unterwegs
- je nach Einsatz eine Warnhalsung oder Signalweste für die Jagd
Ein Tipp, der Geld spart: Kauf Halsband und Geschirr für den Welpen nicht zu hochwertig. Ein Kurzhaar wächst in den ersten Monaten schnell, und das teure Lederhalsband passt nur ein paar Wochen. Was die Anschaffungen am Ende kosten, hängt stark von deinem Anspruch ab. Die Größenentwicklung erklärt die Seite zu Größe und Gewicht.

Laufende Kosten im Jahr
Nach der Anschaffung kommen die Posten, die jedes Jahr wiederkehren. Bei einem Hund, der weit über zehn Jahre alt werden kann, machen sie den größten Teil der Gesamtkosten aus.
| Posten | Wovon die Höhe abhängt | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Futter | Fütterungsform, Arbeitspensum | laufend |
| Tierarzt-Vorsorge | Impfungen, Entwurmung, Kontrollen | regelmäßig |
| Hundesteuer | Satzung deiner Gemeinde | jährlich |
| Haftpflicht | Versicherer, Deckungssumme | jährlich |
| Ausrüstung | Verschleiß, Einsatz | nach Bedarf |
Beim Futter ist die Spanne groß. Ein Kurzhaar in der Jagdsaison frisst spürbar mehr als im Winter, und ob du Trockenfutter, Nassfutter oder roh fütterst, macht einen deutlichen Unterschied. Wie du die Menge an der Figur ausrichtest, steht im Ratgeber zur Ernährung.
Die Hundesteuer legt jede Gemeinde selbst fest. Ob für jagdlich geführte Hunde eigene Regeln gelten, steht in der Hundesteuersatzung deines Wohnorts. Ein Blick hinein vor dem Kauf erspart Überraschungen.
Die Haftpflicht gehört bei einem großen, schnellen Hund zu den wichtigsten Posten. Ein Hund, der auf die Straße läuft oder einen Radfahrer zu Fall bringt, kann Schäden verursachen, die jede Hundesteuer übersteigen.
Tierarzt, Notfälle und Rücklagen
Die regelmäßige Vorsorge lässt sich planen. Was sich nicht planen lässt, sind Unfälle und Krankheiten. Bei einem Kurzhaar sind beide realistisch.
Ein Hund, der mit Tempo durch Stoppelfelder, Gräben und Dickungen läuft, holt sich Schnittwunden, Risse an den Pfoten oder Verletzungen an Gelenken. Die Fachliteratur nennt beim Kurzhaar unter anderem den Kreuzbandriss als Veranlagung. Eine Operation mit Nachsorge ist eine Ausgabe, die schnell ein Mehrfaches der jährlichen Vorsorge erreicht. Dazu kommen Untersuchungen, die nicht jeder Halter einplant, etwa Röntgenaufnahmen, falls du später mit deinem Hund züchten möchtest. Laut DK-Verband muss der Hund dafür mindestens 12 Monate alt sein und in Narkose geröntgt werden.
Für dieses Risiko gibt es zwei Wege:
- Eine Rücklage: Du legst jeden Monat einen festen Betrag zurück, auf den du nur im Ernstfall zugreifst.
- Eine Versicherung: Eine OP-Versicherung oder eine umfassendere Krankenversicherung für Hunde übernimmt je nach Tarif einen Teil der Kosten.
Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Wichtig ist nur, dass du dich vor dem Einzug entscheidest und nicht erst im Wartezimmer.
Auch das Alter kostet. Die britische Studie aus Scientific Reports fand für den Kurzhaar eine mittlere Lebensdauer von 13,4 Jahren. In den letzten Jahren steigen die Tierarztbesuche meist an, mit Blutbildern, Zahnbehandlungen und Medikamenten. Wer das von Anfang an mitdenkt, gerät später nicht in die Lage, aus Kostengründen entscheiden zu müssen.

Ausbildung und Prüfungen als eigener Kostenblock
Ob dein Kurzhaar jagdlich geführt wird oder nicht, Ausbildung kostet Geld. Der Umfang unterscheidet sich allerdings erheblich.
Für einen Familienhund reichen oft ein Welpen- und Junghundekurs in einer Hundeschule und später ein Kurs für Dummy-, Fährten- oder Mantrailingarbeit. Welche Beschäftigung sich für einen nicht jagdlich geführten Kurzhaar eignet, beschreibt der Ratgeber Kurzhaar ohne Jagdschein.
Bei einem jagdlich geführten Hund kommen weitere Posten dazu:
- Ausbildungstage und Übungsgruppen, meist im Umfeld der DK-Vereine
- Nenngelder für Prüfungen wie Derby, VJP, Solms, HZP und VGP
- Fahrten zu den Prüfungsrevieren, oft mit Übernachtung, denn die VGP wird laut Prüfungsordnung des JGHV nie an einem Tag abgehalten
- Ausbildungsmittel wie Schleppwild, Ente für die Wasserarbeit und Schweiß für die Fährte
- der eigene Jagdschein mit Kurs und Prüfung, falls du ihn noch nicht hast
Die Höhe der Nenngelder legen die ausrichtenden Vereine fest. Die Termine und Ausschreibungen veröffentlichen die Klubs selbst. Welche Prüfungen in welcher Reihenfolge anstehen, zeigt der Ratgeber zur Ausbildung.
Ein Gedanke, der hilft: Rechne die Ausbildung nicht als Einmalausgabe, sondern verteilt über die Zeit vom ersten Frühjahr bis zur VGP. In diesem Abschnitt liegen die meisten Prüfungen.
Was Schleswig-Holstein vorgibt
Ein Teil der Kosten ergibt sich aus dem Gesetz. In Schleswig-Holstein gilt seit dem 1. Januar 2016 das Gesetz über das Halten von Hunden (HundeG). Für deine Planung sind drei Punkte wichtig.
Erstens: Jeder Hund, der älter als drei Monate ist, muss elektronisch gekennzeichnet sein. Bei einem Welpen aus dem Zuchtbuch des DK-Verbands ist das bereits erledigt, denn er wird in der 7. bis 9. Woche gechippt. Es lohnt sich trotzdem, den Chip in einem Haustierregister zu hinterlegen, damit ein entlaufener Hund schnell zugeordnet werden kann.
Zweitens: Der Halter soll eine Haftpflichtversicherung abschließen. Verpflichtend ist sie nur für Hunde, die als gefährlich eingestuft wurden.
Drittens: Das Gesetz kennt keine Rasseliste. Ob ein Hund als gefährlich gilt, entscheidet allein sein Verhalten. Für Jagdhunde in ihrem bestimmungsgemäßen Einsatz nennt das Land Ausnahmen, Einzelheiten stehen auf der Informationsseite des Landes.
Ein konkreter nächster Schritt: Leg dir eine einfache Tabelle mit den Posten dieser Seite an und frag für jeden einzelnen den aktuellen Preis in deiner Region ab, also Hundesteuer bei der Gemeinde, Haftpflicht bei mehreren Versicherern und die Vorsorge bei deinem Tierarzt. Mit dieser Liste gehst du in das erste Gespräch mit dem Züchter. Einen Überblick über die Klubs im Land findest du auf der Seite zu Deutsch Kurzhaar in Schleswig-Holstein, alles Weitere zur Rasse im Rasseporträt.
