Ein Hund für Kraft, Ausdauer und Tempo
Der FCI-Standard beschreibt den Deutsch Kurzhaar als „edlen, harmonischen Hund, dessen Körperbau Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit gewährleistet“. Diese drei Wörter sind auch der beste Leitfaden für den Napf. Ein Kurzhaar ist kein Sprinter, der kurz losrennt und dann schläft. Er ist gebaut, um über Stunden zu suchen, zu stöbern und zu bringen, und das in Kälte, Nässe und Wind.
Daraus folgt der wichtigste Grundsatz: Gefüttert wird nach Leistung, nicht nach Kalender. Im Herbst, wenn Feld- und Wasserarbeit anstehen und die Prüfungssaison läuft, verbraucht ein jagdlich geführter Kurzhaar spürbar mehr Energie als im Spätwinter, wenn die Jagd ruht. Wer das ganze Jahr dieselbe Menge füttert, hat im Oktober einen dünnen und im März einen runden Hund.
Ein ausgewogenes Hundefutter liefert hochwertiges Eiweiß für Muskeln, Fett als konzentrierte Energiequelle, dazu Mineralstoffe, Vitamine und etwas Ballaststoff für die Verdauung. Für einen Hund mit hohem Arbeitspensum ist vor allem der Fettanteil interessant, weil Fett viel Energie auf wenig Volumen bringt. Das bedeutet nicht, dass ein Familienhund ohne Jagd ein „Sportfutter“ braucht. Entscheidend ist, was dein Hund tatsächlich leistet. Mehr zum Wesen und Bewegungsdrang findest du im Rasseporträt.
Figur statt Waage: wie du den Futterzustand prüfst
Viele Halter suchen nach einem Zielgewicht. Beim Deutsch Kurzhaar gibt es das offiziell nicht. Der FCI-Standard und der DK-Verband legen nur die Widerristhöhe fest, für Rüden 62 bis 66 cm und für Hündinnen 58 bis 63 cm. Ein Gewicht steht dort nicht. Warum das so ist und welche Zahlen kursieren, erklärt die Seite zu Größe und Gewicht.
Für die Fütterung ist das sogar ein Vorteil. Du schaust auf den Hund statt auf eine Zahl. Drei einfache Griffe reichen:
- Rippen tasten: Mit flacher Hand über den Brustkorb streichen. Die Rippen sollen gut fühlbar sein, ohne dass sie von Weitem wie ein Waschbrett aussehen.
- Taille von oben: Hinter dem Brustkorb sollte sich der Körper sichtbar verjüngen.
- Bauchlinie von der Seite: Der Bauch steigt nach hinten an und hängt nicht durch.
Ein Kurzhaar in guter Arbeitskondition wirkt eher drahtig. Beim kurzen Haar sieht man jedes Gramm zu viel und zu wenig sofort, deshalb ist die Rasse für den Sichtcheck dankbar. Prüf die Figur alle paar Wochen und immer dann, wenn sich das Pensum ändert. Ein Hund, der trotz unveränderter Menge abnimmt oder zunimmt, gehört zum Tierarzt.

Welpen und Junghunde: ruhig wachsen lassen
Ein Kurzhaarwelpe kommt laut Zuchtordnung des DK-Verbands frühestens nach Vollendung der 8. Woche zu dir, geimpft und entwurmt. In den ersten Wochen im neuen Zuhause ändert sich ohnehin schon alles für ihn. Das Futter sollte deshalb zunächst gleich bleiben. Frag den Züchter nach dem Futterplan und nimm, wenn möglich, eine kleine Menge des gewohnten Futters mit.
Bei großen, schnell wachsenden Rassen raten Tierärzte zu einem gleichmäßigen, eher gebremsten Wachstum. Ein zu üppig gefütterter Welpe legt nicht nur Fett an, sein Skelett wird auch stärker belastet. Beim Kurzhaar, dessen Eltern für die Zucht auf Hüfte und Schulter geröntgt werden müssen, ist das kein Randthema. Was hinter HD und OCD steckt, liest du im Ratgeber zur Gesundheit.
Praktisch heißt das:
- Welpenfutter für große Rassen wählen, das auf ein kontrolliertes Wachstum ausgelegt ist.
- Kalzium nicht auf eigene Faust zufüttern. Ein vollwertiges Futter ist bereits ausgewogen.
- Mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen, und die Zahl mit dem Alter reduzieren.
- Lieber schlank als pummelig. Ein rundlicher Welpe sieht niedlich aus, ist aber nicht gesünder.
Was du sonst für die ersten Wochen vorbereiten solltest, steht im Ratgeber zu Deutsch Kurzhaar Welpen.
Fertigfutter, selbst kochen oder rohe Fütterung
Für einen Kurzhaar funktioniert jede Fütterungsform, wenn sie vollständig ist. Die Frage ist eher, wie viel Wissen und Zeit du investieren willst.
| Form | Stärke | Worauf achten |
|---|---|---|
| Trockenfutter | einfach dosierbar, lagerfähig | „Alleinfuttermittel“ auf dem Etikett, Wasser bereitstellen |
| Nassfutter | gut akzeptiert, viel Feuchtigkeit | Energiegehalt pro Dose eher gering |
| Selbst gekocht | volle Kontrolle über Zutaten | Mineralstoffe und Vitamine ergänzen |
| Rohfütterung | naturnah, beliebt bei Jägern | Rationsplan, Hygiene, kein rohes Schwein |
Beim Fertigfutter ist das wichtigste Wort auf der Packung „Alleinfuttermittel“. Nur dann deckt es den Bedarf vollständig. „Ergänzungsfuttermittel“ ist für Leckerlis und Zusätze gedacht, nicht für die Hauptmahlzeit.
Rohfütterung hat unter Jägern eine gewisse Tradition, weil Wildfleisch zur Verfügung steht. Sie verlangt aber einen durchgerechneten Plan, damit Kalzium, Phosphor und Spurenelemente stimmen. Bei Welpen ist ein Rechenfehler besonders heikel. Wenn du barfen möchtest, lass die Ration von einem Tierarzt mit Ernährungsschwerpunkt prüfen.
Ein harter Grundsatz gilt für alle Formen: Rohes Schweinefleisch, auch vom Wildschwein, gehört nie in den Napf. Es kann die Aujeszkysche Krankheit übertragen, die für Hunde tödlich verläuft.
Füttern rund um Jagdtag und Prüfung
Am Arbeitstag kommt es weniger auf das Was an als auf das Wann. Ein voller Magen und schnelle, ausdauernde Suche vertragen sich schlecht. Bei großen, tiefbrüstigen Hunden kommt das Risiko einer Magendrehung hinzu, eines Notfalls, bei dem jede Minute zählt.
Bewährt hat sich ein einfacher Rhythmus. Vor der Arbeit gibt es höchstens eine kleine Portion mit ausreichend Abstand. Unterwegs bekommt der Hund Wasser, so oft er es annimmt. Die Hauptmahlzeit folgt erst, wenn er nach der Arbeit zur Ruhe gekommen ist.
Das betrifft nicht nur die Jagd. Prüfungen sind lange Tage. Die Verbandsgebrauchsprüfung, kurz VGP, wird laut Prüfungsordnung des JGHV nie an einem Tag abgehalten, am zweiten Tag stehen mindestens vier Fächer an. Wer auf die VGP hinarbeitet, sollte die Fütterung an zwei aufeinanderfolgenden Arbeitstagen vorher im Training ausprobieren, nicht erst am Prüfungswochenende.
Nach einem anstrengenden Tag, etwa bei der Wasserarbeit im Spätherbst, hilft ein warmer, trockener Liegeplatz mehr als eine Extraportion. Der Drahthaar hat laut Standard eine dichte, wasserabweisende Unterwolle, beim Kurzhaar beschreibt der Standard nur kurzes, dichtes Haar. Nass und im Wind kühlt er entsprechend schneller aus. Wenn der Hund in der Saison Gewicht verliert, erhöhst du die Menge in kleinen Schritten über die Woche verteilt.

Wasser, Leckerlis und Belohnung im Training
Ein Kurzhaar, der viel läuft, trinkt viel. Frisches Wasser gehört zu Hause immer bereit und unterwegs in die Tasche, gerade an warmen Tagen auf der Geest, wo es zwischen den Feldern oft keinen Graben gibt. An der Küste gilt umgekehrt: Salzwasser ist kein Ersatz, und ein Hund, der beim Apportieren viel davon schluckt, bekommt schnell Durchfall.
Leckerlis sind im Training unverzichtbar, aber sie zählen mit. Wer beim täglichen Üben großzügig belohnt, sollte die Hauptmahlzeit etwas kleiner machen. Ein einfacher Trick: Einen Teil der Tagesration abwiegen und als Belohnung im Training verfüttern. So bleibt die Gesamtmenge stabil, und der Hund arbeitet für sein Futter, was die meisten Kurzhaar ohnehin gern tun.
Für die Belohnung im Feld eignen sich kleine, trockene Stücke, die nicht krümeln und schnell geschluckt sind. Kauartikel und große Knochen gehören in die Ruhephase, nicht in die Übung. Wie du Belohnung gezielt einsetzt und wann das Spiel mehr bringt als das Futter, erklärt der Ratgeber zur Erziehung.
Ein Wort zum Futterbeutel: Beim Dummytraining ist er für viele Kurzhaar das spannendste Objekt überhaupt. Das kann ein guter Einstieg in die Bringarbeit sein.
Was nicht in den Napf gehört
Manche Gefahren sind bekannt, andere überraschen Halter immer wieder. Diese Lebensmittel und Stoffe sind für Hunde giftig oder gefährlich:
- Schokolade und Kakao, je dunkler, desto gefährlicher
- Weintrauben und Rosinen
- Zwiebeln, Knoblauch und Lauch, roh wie gekocht
- Xylit (Birkenzucker), steckt in Kaugummi und manchen zuckerfreien Backwaren
- Gekochte oder gebratene Knochen, sie splittern
- Rohes Schweinefleisch und rohes Wildschwein wegen der Aujeszkyschen Krankheit
- stark gewürzte, salzige Essensreste
Für jagdlich geführte Hunde kommt ein eigener Punkt dazu. Beim Aufbrechen landet schnell etwas vom Aufbruch beim Hund. Bei Rehwild ist das eine Frage der Hygiene und der Menge, bei Schwarzwild ist es tabu.
Wenn du deine Fütterung umstellen willst, geh in kleinen Schritten vor: über mehrere Tage den Anteil des neuen Futters langsam erhöhen und den Kot beobachten. Notiere dir dabei kurz Menge, Figur und Pensum. Nach einigen Wochen siehst du schwarz auf weiß, wie viel dein Hund im Alltag und wie viel er in der Saison braucht. Was das Futter im Monat kostet, kannst du anschließend im Ratgeber zu den Kosten gegen die übrigen Posten stellen.
