Die anerkannten Farben laut FCI-Standard
Der Abschnitt „Farbe“ im FCI-Standard Nr. 119 ist eine schlichte Aufzählung. Der Deutsch-Kurzhaar-Verband übernimmt sie wortgleich in seinen Rassestandard. Zugelassen sind:
- Braun, ohne Abzeichen
- Braun, mit geringen weißen oder gesprenkelten Abzeichen an Brust und Läufen
- Dunkler Braunschimmel mit braunem Kopf, braunen Platten oder Tupfen
- Heller Braunschimmel mit braunem Kopf, braunen Platten, Tupfen oder ohne Platten
- Weiß, mit brauner Kopfzeichnung, braunen Platten oder Tupfen
- Schwarze Farbe in denselben Nuancen wie die braune bzw. Braunschimmelfarbe
Darunter stehen zwei Ergänzungen: Gelber Brand ist zugelassen, und Blesse, Schnippe und gesprenkelte Lefzen sind zulässig.
Auffällig ist, was in der Liste fehlt. Es gibt kein Gelb, kein Grau und keine Dreifarbigkeit als eigene Farbe. Alles, was der Standard erlaubt, lässt sich auf zwei Grundfarben zurückführen, Braun und Schwarz, die jeweils einfarbig, mit wenig Weiß, als Schimmel oder auf weißem Grund mit Platten auftreten. Wer diese Logik einmal verstanden hat, kann jeden Kurzhaar auf einer Wiese in Dithmarschen sofort einordnen, auch wenn die Bezeichnungen auf den ersten Blick verwirrend wirken. Die einzelnen Deutsch Kurzhaar Farben erklären die folgenden Abschnitte.
Braun: einfarbig oder mit kleinen Abzeichen
Der einfarbig braune Kurzhaar ist das Bild, das viele Menschen zuerst vor Augen haben: ein Hund in einem satten, gleichmäßigen Braun, oft mit leichtem Glanz auf dem kurzen Haar. Der Standard nennt diese Variante gleich an erster Stelle, „Braun, ohne Abzeichen“.
Daneben stehen braune Hunde mit etwas Weiß. Der Standard erlaubt „geringe weiße oder gesprenkelte Abzeichen an Brust und Läufen“. Gemeint ist ein kleiner weißer Fleck auf der Brust oder weiße Sprenkel an den Pfoten. Entscheidend ist das Wort „gering“. Ein Hund mit großen weißen Flächen am Körper fällt nicht mehr in diese Kategorie, sondern gehört zu den Schimmeln oder zu den weißen Hunden mit Platten.
Am Kopf sind zusätzlich Blesse und Schnippe zulässig. Eine Blesse ist ein weißer Streifen auf Stirn und Nasenrücken, eine Schnippe ein kleiner weißer Fleck auf dem Nasenspiegel oder an der Oberlippe. Gesprenkelte Lefzen, also feine weiße Tüpfel an den Lippen, sind ebenfalls erlaubt.
Die Nase ist beim braunen Kurzhaar laut Standard grundsätzlich braun. Das passt zur Fellfarbe und fällt bei einem einfarbig braunen Hund kaum auf, ist aber ein wichtiges Merkmal, wenn du später schwarze Hunde vergleichst.

Braunschimmel: dunkel, hell und die Platten
Schimmel heißt beim Hund: Im Haarkleid mischen sich farbige und weiße Haare so eng, dass die Fläche aus der Entfernung wie eine Mischfarbe wirkt. Aus der Nähe siehst du die einzelnen Haare. Beim Kurzhaar unterscheidet der Standard zwei Abstufungen.
Der dunkle Braunschimmel hat einen braunen Kopf, und im Körper überwiegt der braune Anteil. Dazu kommen braune Platten oder Tupfen. Platten sind größere, geschlossene braune Flächen, oft an der Flanke, am Rücken oder am Rutenansatz. Tupfen sind kleine, runde braune Flecken.
Der helle Braunschimmel hat ebenfalls einen braunen Kopf, im Körper überwiegt aber das Weiß. Er darf laut Standard braune Platten oder Tupfen tragen, oder auch keine Platten. Ein heller Braunschimmel ohne Platten wirkt aus der Ferne fast silbrig grau mit braunem Kopf.
| Farbschlag | Kopf | Körper | Platten/Tupfen |
|---|---|---|---|
| Dunkler Braunschimmel | braun | überwiegend braun | ja |
| Heller Braunschimmel | braun | überwiegend weiß | möglich, nicht nötig |
| Weiß mit Zeichnung | braune Zeichnung | weiß | möglich |
Zwischen dunkel und hell gibt es fließende Übergänge, eine Messlatte in Prozent nennt der Standard nicht. Ob ein Hund eher als dunkel oder hell eingeordnet wird, ist deshalb eine Frage des Gesamteindrucks. Wenn du unsicher bist, schau in die Ahnentafel: Dort ist die Farbe eingetragen, und die Eintragung folgt den Begriffen des Standards.
Weiß mit brauner Kopfzeichnung
Der dritte braune Farbschlag ist der weiße Kurzhaar. Der Standard beschreibt ihn als „Weiß, mit brauner Kopfzeichnung, braunen Platten oder Tupfen“. Der Grund ist also reinweiß, ohne die Mischung aus weißen und braunen Haaren, die den Schimmel ausmacht. Farbe tragen nur Kopf, Platten und Tupfen.
Damit unterscheidet sich der weiße Kurzhaar klar vom hellen Braunschimmel, auch wenn beide aus der Ferne hell wirken. Beim Schimmel ist die Fläche zwischen den Platten durchmischt, beim weißen Hund ist sie rein. Am einfachsten erkennst du das, wenn du das Fell an der Flanke kurz gegen den Strich streichst und genau hinsiehst.
Wichtig ist das Wort „Kopfzeichnung“. Anders als beim Braunschimmel, der einen braunen Kopf hat, verlangt der Standard hier eine braune Zeichnung am Kopf, nicht unbedingt einen vollständig braunen Kopf. Ein weißer Kurzhaar kann also eine weiße Blesse oder weiße Partien im Gesicht zeigen.
Im Gelände hat der helle Hund übrigens einen praktischen Vorteil, über den Jäger gern sprechen: Er ist im Feld, im Schilf und an Waldrändern leichter zu sehen. Für den Standard ist das unerheblich, dort sind alle aufgezählten Farben gleichwertig.
Schwarz und Schwarzschimmel
Ein schwarzer Deutsch Kurzhaar überrascht viele Menschen, die die Rasse nur in Braun kennen. Der Standard regelt ihn mit einem einzigen Satz: „Schwarze Farbe in denselben Nuancen wie die braune bzw. Braunschimmelfarbe.“ Alles, was es in Braun gibt, gibt es also auch in Schwarz:
- einfarbig schwarz
- schwarz mit geringen weißen Abzeichen an Brust und Läufen
- dunkler und heller Schwarzschimmel mit schwarzem Kopf und Platten
- weiß mit schwarzer Kopfzeichnung und schwarzen Platten
Den Begriff „Schwarzschimmel“ verwendet der Standard selbst nur an einer Stelle, nämlich bei der Nase. Dort heißt es, die Nase sei „grundsätzlich braun, bei schwarzen Hunden oder beim Schwarzschimmel jedoch schwarz“. Ein schwarzer Kurzhaar mit brauner Nase wäre demnach eine Abweichung, die eine Formwertrichterin oder ein Formwertrichter auf der Zuchtschau bemerken würde.
Schwarze Kurzhaar sind vollwertige Vertreter der Rasse, mit demselben Zuchtbuch, denselben Prüfungen und demselben Standard. Sie sind keine eigene Linie und auch keine Mischung mit einer anderen Rasse. Seit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert das Zuchtbuch geschlossen wurde, sind laut DK-Verband offiziell keine Einkreuzungen anderer Rassen mehr erlaubt.

Brand, Hellschimmel und andere Begriffe, die oft verwechselt werden
Einige Begriffe sorgen bei den Deutsch Kurzhaar Farben immer wieder für Verwirrung. Der wichtigste: Hellschimmel. Das Wort taucht in Inseraten und Foren oft auf, steht aber nicht im Kurzhaar-Standard. Es stammt aus dem FCI-Standard Nr. 98 für den Deutsch Drahthaar. Beim Kurzhaar heißt die entsprechende Farbe korrekt „heller Braunschimmel“.
Auch Schimmel allein ist kein offizieller Farbname. Der Standard unterscheidet immer zwischen Braunschimmel und Schwarzschimmel, die Grundfarbe gehört zur Bezeichnung dazu.
Gelber Brand meint gelbliche bis rötlich braune Abzeichen, etwa über den Augen, an den Backen oder an den Läufen. Der Standard lässt ihn ausdrücklich zu. Er ist also kein Fehler und kein Hinweis auf fremdes Blut.
Zum Vergleich ein Blick auf die Farben verwandter Vorstehhunde laut ihren FCI-Standards:
| Rasse | Farben laut Standard |
|---|---|
| Deutsch Kurzhaar | Braun, Braunschimmel, Weiß mit Platten, Schwarz |
| Deutsch Drahthaar | Braunschimmel, Schwarzschimmel, Braun, Hellschimmel |
| Magyar Vizsla | Abstufungen von Semmelgelb |
| Weimaraner | Silber-, Reh- oder Mausgrau |
| Kleiner Münsterländer | Braun-Weiß, Braunschimmel |
Farbe bei der Welpenwahl: was wirklich zählt
Viele Interessenten haben eine Lieblingsfarbe, bevor sie den ersten Züchter anrufen. Das ist verständlich, aber für die Entscheidung zweitrangig. Laut Zuchtordnung des DK-Verbands hängt die Zuchtzulassung der Eltern von bestandenen Prüfungen, einem Formwert von mindestens „gut“ in der Altersklasse, dem Härtenachweis sowie HD- und OCD-Befunden ab. Die Farbe kommt in dieser Liste nicht vor.
Wenn dir ein bestimmter Farbschlag wichtig ist, sag es dem Züchter offen, aber mach ihn nicht zur Bedingung. Wer nur einen bestimmten Farbschlag akzeptiert, schließt unter Umständen genau den Wurf aus, dessen Eltern am besten zu dir passen. Wichtiger sind Wesen und Leistung der Eltern, die du auf der Seite zum Charakter genauer nachlesen kannst, und die Gesundheit, die die Seite Gesundheit behandelt.
Ein praktischer Tipp zum Schluss des Züchterbesuchs: Fotografiere die Welpen und notiere zu jedem Bild Farbe, Platten und Abzeichen in den Worten des Standards. So lernst du die Bezeichnungen und kannst später die Ahnentafel lesen, in der die Farbe deines Hundes eingetragen ist. Wie groß der Welpe einmal wird, steht auf der Seite Größe und Gewicht, alles Weitere zum Kauf unter Deutsch Kurzhaar Welpen und in der Übersicht Rasse.
