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Prüfung

HZP Prüfung und Solms: Ablauf, Prüfungsfächer und Alter des Hundes

Wer den Ablauf der HZP-Prüfung verstehen will, muss zuerst ans Wasser denken: Im Herbst zeigt ein junger Deutsch Kurzhaar nicht mehr nur Anlagen im Feld, sondern auch Stöbern im Schilf, Bringen und Schleppenarbeit. HZP und Solms sind die zweite Station auf dem Prüfungsweg. Hier liest du, welche Fächer die Ordnungen von JGHV und DK-Verband verlangen und welches Alter gilt.

Veröffentlicht am 9 Min. Lesezeit Redaktion Kurzhaar Nordmark

  1. Frühjahr nach dem WurfjahrDerby / VJP
  2. ab 1. SeptemberSolms / HZP
  3. Herbst, frühestens im Jahr nach dem WurfjahrVGP
  4. ZusatzprüfungenBringtreue & Schweiß
Deutsch Kurzhaar schwimmt durch eine Rinne im hohen Schilf (mit AI erstelltes Bild)
AIStöbern im SchilfMit AI erstelltes Bild · KI-Hinweis

Solms und HZP: die Herbstprüfungen nach dem Derby

Im Frühjahr ging es um Anlagen. Im Herbst will man mehr sehen. Die HZP Prüfung, ausgeschrieben Verbands-Herbstzuchtprüfung, und die Solms des Deutsch-Kurzhaar-Verbands prüfen den jungen Hund zum ersten Mal am Wasser und beim Bringen. Damit wird aus dem Anlagentest eine Prüfung, die schon nach Jagdpraxis fragt.

Die Solms trägt einen historischen Namen. Prinz Albrecht zu Solms-Braunfels stellte laut FCI-Standard Nr. 119 Rassekennzeichen, Regeln für die Beurteilung der Körperform und einfache Prüfungsregeln für Jagdhunde auf. Sein Leitsatz „Durch Leistung zum Typus“ prägt die Kurzhaarzucht bis heute. Nach seinem Tod 1901 fand 1906 das erste „Prinz-Solms-Memorial“ als Herbstzuchtprüfung statt.

Auch die HZP hat Wurzeln im Kurzhaar. Der Verein Deutsch-Drahthaar hielt seine erste Hegewald-Herbstzuchtprüfung 1920 „auf den Grundsätzen der DK-Prüfungsordnung“ ab, und 1927 machte der JGHV Jugend- und Herbstzuchtprüfungen zu Verbandsprüfungen. Heute gilt für die HZP die Verbands-Zuchtprüfungsordnung (VZPO) des JGHV.

Viele Führer eines Deutsch Kurzhaar laufen beide Prüfungen. Wer mit seinem Deutsch Kurzhaar im Herbst die HZP plant, hat im Frühjahr meist schon Derby oder VJP hinter sich, danach folgt als Meisterprüfung die VGP. Wie die Stationen zusammenhängen, zeigt der Überblick Prüfungen für Jagdhunde.

Alter und Zulassung bei der HZP Prüfung

Beim Alter unterscheidet sich die HZP deutlich von der Solms. Das richtige Alter für die HZP regelt die VZPO über das Wurfjahr, nicht über Lebensmonate. Wer die Zulassung zur HZP Prüfung klären will, schaut deshalb zuerst ins Wurfjahr. Wer seinen Deutsch Kurzhaar meldet, sollte außerdem den Nennschluss des Klubs kennen und die Ausschreibung genau lesen.

Zugelassen sind:

  • Hunde, die im vorangegangenen Kalenderjahr gewölft wurden,
  • dazu Hunde, die bis zu drei Monate älter sind,
  • und Hunde, die im selben Kalenderjahr gewölft wurden.

Geprüft wird nur im Herbst, frühestens ab dem 1. September. Die dritte Gruppe ist der interessante Fall. Ein Welpe aus den ersten Wochen des Jahres kann theoretisch schon im ersten Herbst seines Lebens auf die HZP. Ob damit schon das richtige Alter für die HZP erreicht ist, steht auf einem anderen Blatt, denn die VZPO geht davon aus, dass die Ausbildung in Feld und Wasser „zu dieser Zeit im Wesentlichen abgeschlossen sein“ soll.

Die Solms hat dieselbe Altersregel wie das Derby: Zugelassen sind Hunde, die nach dem 1. Oktober des vorvergangenen Jahres der Prüfung gewölft wurden. Auch sie findet ausschließlich im Herbst statt. Für das Altersfenster der HZP und die Solms gilt damit gemeinsam: Der typische Starter ist ein Hund aus dem Vorjahr, der im Frühjahr bereits ein Derby oder eine VJP gelaufen ist.

Wann und wo geprüft wird, geben die ausrichtenden Vereine bekannt. In Schleswig-Holstein sind das unter anderem der Klub Kurzhaar Nordmark e.V. und der Verein Deutsch Kurzhaar Westküste e.V.

Deutsch Kurzhaar schwimmt mit einem orangefarbenen Wasserdummy im Fang über einen See vor einem Schilfgürtel (mit AI erstelltes Bild)
AIBringen aus dem WasserMit AI erstelltes Bild · KI-Hinweis

HZP Prüfungsfächer und Fachwertziffern

Die VZPO teilt die HZP Prüfungsfächer in zwei Gruppen. Anlagefächer zeigen, was der Hund mitbringt. Abrichtefächer zeigen, was er gelernt hat. Jedes Fach hat eine Fachwertziffer, mit der seine Punkte gewichtet werden. Wer den Ablauf der HZP Prüfung und ihre Fächer kennt, kann im Sommer gezielt üben; die Gewichtung zu verstehen hilft später beim Lesen des Zeugnisses.

FachGruppeFachwertziffer
SpurarbeitAnlage3
NasengebrauchAnlage3
Stöbern mit Ente im deckungsreichen GewässerAnlage3
SucheAnlage2
VorstehenAnlage2
FührigkeitAnlage2
ArbeitsfreudeAnlage1
Verlorensuche im deckungsreichen GewässerAbrichtung1
Verlorensuche von FederwildAbrichtung1
HaarwildschleppeAbrichtung1
Art des BringensAbrichtung1
GehorsamAbrichtung1

Die Schussfestigkeit wird außerdem geprüft. Die Gewichtung ist eindeutig: Die drei schwersten Fächer sind Anlagen, und eines davon liegt am Wasser. Ein Hund, der das Schilf meidet, kann das mit sauberem Bringen nicht ausgleichen.

Bewertet wird wie bei der VJP im 12-Punkte-System des JGHV. In jedem Fach braucht der Hund mindestens „genügend“, also 3 Punkte. Am Ende steht kein Preis auf dem Zeugnis, sondern eine Punktzahl, in den Listen des DK-Verbands nach dem Muster „HZP 180P“.

Deutsch Kurzhaar trägt einen grünen Apportierdummy über ein Stoppelfeld (mit AI erstelltes Bild)
AIBringen im FeldMit AI erstelltes Bild · KI-Hinweis

Die Solms: Prüfungsfächer laut DK-Verband

Die Solms versteht sich laut Prüfungsordnung als „Ergänzung und Erweiterung“ des Derby. Ihre Prüfungsfächer sind deshalb breiter gefasst und in Arbeitsbereiche gegliedert:

  • Feldarbeit: Nase, Suche, Vorstehen sowie die Arbeit am geflügelten Huhn oder Fasan, ersatzweise Verlorenbringen oder Federwildschleppe.
  • Wasserarbeit: Verlorensuchen und Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer.
  • Haarwildschleppe: mit Hase oder Kanin.
  • Dazu bewertet: Art des Bringens, Führigkeit, Gehorsam, Arbeitsfreude und Art des Jagens.

Eine Vorschrift zeigt, wie ernst die Ordnung das Wasser nimmt. Die Prüfungsreviere müssen „ein ausreichend großes, mit Schilf bestandenes Wassergelände“ umfassen. Ein Teich mit kahlem Ufer reicht nicht. Für die ausrichtenden Klubs ist das jedes Jahr eine Revierfrage, denn geeignete Schilfgewässer mit Zustimmung der Eigentümer sind nicht überall zu haben.

Bewertet wird mit den Leistungsziffern des DK-Verbands: sehr gut = 4, gut = 3, genügend = 2, mangelhaft = 1, ungenügend = 0. „Hervorragend“, geschrieben 4h, ist nur in den Anlagefächern in Feld und Wasser möglich. Das Ergebnis ist ein 1., 2. oder 3. Preis, in Kurzform etwa S1 für „Solms 1. Preis“.

Für die Zucht zählt die Solms doppelt. Sie ist einer der Nachweise für die Zuchtzulassung, und zwei 1. Preise aus Derby, Solms oder AZP sind Voraussetzung für die Dr. Kleemann-Zuchtausleseprüfung.

Ablauf der HZP-Prüfung: Feld, Wasser, Schleppe

Der Ablauf der HZP Prüfung folgt den Fächern, nicht einer festen Uhrzeit. Die Prüfungsleitung teilt die Hunde auf Richtergruppen auf, und jede Gruppe arbeitet die Fächer in den passenden Revierteilen ab.

Im Feld stehen die Anlagen vorn. Die Richter sehen sich Suche, Vorstehen und Nasengebrauch an, prüfen die Spurarbeit und achten dabei auf Führigkeit und Arbeitsfreude. Die Verlorensuche von Federwild zeigt, ob der Hund ein Stück Wild selbstständig findet und bringt.

Am Wasser folgen die beiden Wasserfächer. Beim Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer soll der Hund ohne ständige Hilfe das Schilf durcharbeiten. Bei der Verlorensuche geht es darum, eine Ente zu finden und zu bringen.

Die Haarwildschleppe prüft, ob der Hund einer Schleppspur folgt und das Stück zum Führer trägt. Die Art des Bringens wird dabei über den ganzen Tag beobachtet: Greift der Hund sauber zu, trägt er ruhig, gibt er willig ab?

Gehorsam und Schussfestigkeit laufen nebenher mit. Wie lange ein Prüfungstag dauert, hängt von der Zahl der Hunde und vom Revier ab. Rechne mit einem vollen Tag draußen und plane Pausen für den Hund ein. Der Ablauf der Solms ähnelt dem stark, nur die Bewertung folgt der Ordnung des DK-Verbands.

Deutsch Kurzhaar sucht ein Maisstoppelfeld im Frühherbst ab (mit AI erstelltes Bild)
AISuche im FrühherbstMit AI erstelltes Bild · KI-Hinweis

Die HZP beim Deutsch Kurzhaar: warum die Zucht daran hängt

Wer sich mit der HZP beim Deutsch Kurzhaar beschäftigt, landet schnell bei der Zuchtordnung. Für die Herbstprüfung gibt es nämlich einen Grund, der über den Prüfungstag hinausgeht. Die Zuchtordnung des DK-Verbands verlangt für beide Elterntiere eine bestandene Solms, AZP, HZP oder VGP, und zwar mit vollständiger Wasserarbeit. Dazu kommen ein Formwert von mindestens „gut“ in der Altersklasse, HD-Ergebnis, OCD-Befund und weitere Nachweise.

Das macht die Herbstprüfung zum Nadelöhr. Ein Hund kann Derby und VJP glänzend bestanden haben, ohne Wasserarbeit wird er nicht zur Zucht zugelassen. Wer einen Welpen sucht, sieht deshalb in der Ahnentafel beider Eltern fast immer einen dieser Herbstnachweise. Was du dort sonst noch ablesen kannst, steht im Ratgeber zu Deutsch Kurzhaar Welpen.

Eine zweite Verbindung führt zur IKP. Die Internationale Kurzhaar-Prüfung erkennt eine HZP anstelle der Solms an, wenn der Hund in allen Fächern 9 bis 11 Punkte erreicht hat. Wer diesen Weg im Kopf hat, liest das Zeugnis einer HZP beim Deutsch Kurzhaar mit anderen Augen: Nicht nur die Summe zählt, sondern ob jedes einzelne Fach im oberen Bereich lag. Ein einziger Ausreißer nach unten schließt die IKP auf diesem Weg aus. Die Anforderungen der IKP stehen unter Internationale Kurzhaar-Prüfung.

Vorbereitung im Sommer vor der HZP Prüfung

Zwischen Frühjahrsprüfung und HZP Prüfung liegen nur wenige Monate, und in diese Zeit fällt der größte Teil der Abrichtung. Bringen, Schleppe und Wasserarbeit lernt ein Hund nicht nebenbei.

Drei Bereiche brauchen im Sommer die meiste Zeit:

  1. Wasserfreude und Schilf: Ein Hund, der im Juli zum ersten Mal ins Schilf soll, wird im September kaum sicher stöbern. Gewöhnung an tiefes Wasser und dichte Deckung braucht Wochen.
  2. Sauberes Bringen: Die Art des Bringens wird bei jedem Apport mitbewertet. Knautschen oder Fallenlassen kostet Punkte in mehreren Fächern.
  3. Schleppenarbeit: Erst kurze, dann längere Schleppen, damit der Hund lernt, der Spur bis zum Stück zu folgen.

In Schleswig-Holstein bieten sich dafür Landschaften mit viel Röhricht an. Die Eider-Treene-Sorge-Niederung etwa ist laut Land das größte zusammenhängende Niederungsgebiet außerhalb der Küstenregionen, mit Röhrichten, Flachseen und Überschwemmungswiesen. Dort darfst du allerdings nur mit Erlaubnis des Revierinhabers üben.

Wie Grundgehorsam und jagdliche Ausbildung über das erste Jahr zusammenpassen, beschreibt die Ausbildung des Deutsch Kurzhaar. Den Wortlaut der Fächer findest du in der Solms-Ordnung des DK-Verbands.

Kurz gefragt

Welches Alter gilt für die HZP Prüfung?

Die VZPO des JGHV lässt zwei Gruppen zu: Hunde, die im vorangegangenen Kalenderjahr gewölft wurden, plus Hunde, die bis zu drei Monate älter sind, und Hunde aus dem laufenden Kalenderjahr. Geprüft wird ab dem 1. September. Ein Deutsch Kurzhaar läuft die HZP also meist im Herbst nach seinem Wurfjahr, ein früh gewölfter Hund kann aber schon im ersten Herbst starten.

Welche Prüfungsfächer hat die HZP Prüfung?

Laut VZPO gibt es Anlagefächer und Abrichtefächer. Zu den Anlagefächern gehören Spurarbeit, Nasengebrauch, Suche, Vorstehen, Führigkeit, Arbeitsfreude und das Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer. Abrichtefächer sind Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer, Verlorensuche von Federwild, Haarwildschleppe, Art des Bringens und Gehorsam. Die Schussfestigkeit wird zusätzlich geprüft.

Was ist der Unterschied zwischen Solms und HZP?

Die Solms ist die Herbstzuchtprüfung des DK-Verbands und versteht sich als Ergänzung und Erweiterung des Derby. Sie bewertet mit Leistungsziffern von 0 bis 4 und vergibt einen 1., 2. oder 3. Preis. Die HZP gehört dem JGHV, gilt für alle Vorstehhunderassen, rechnet im 12-Punkte-System und endet ohne Preis, nur mit einer Punktzahl.

Warum ist die HZP Prüfung für die Zucht so wichtig?

Die Zuchtordnung des DK-Verbands verlangt von beiden Elterntieren eine bestandene Solms, AZP, HZP oder VGP mit vollständiger Wasserarbeit. Damit ist die Herbstprüfung oft die erste, die einen Hund zuchttauglich macht. Wer einen Welpen kauft, sieht in der Ahnentafel der Eltern also fast immer einen dieser Nachweise. Fehlt er, ist der Wurf nicht nach den Regeln des Verbands gezüchtet.

Was bedeutet „HZP 180P“ in einer Ahnentafel?

Der DK-Verband führt Prüfungsergebnisse in Kurzschrift. „HZP 180P“ ist das Muster für eine bestandene Herbstzuchtprüfung mit der genannten Punktzahl. Ein Preis taucht dabei nicht auf, weil die HZP laut VZPO keine Preise vergibt. Bei der Solms steht dagegen ein Kürzel wie S1 für „Solms 1. Preis“. Beides zusammen gelesen zeigt, wie sich ein Hund im Herbst präsentiert hat.

Kann ein Deutsch Kurzhaar ohne Derby auf die Solms?

Ja. Die Solms setzt kein bestandenes Derby voraus, sie gilt nur inhaltlich als dessen Ergänzung und hat dieselbe Altersregel. Ein Hund kann also direkt im Herbst auf die Solms gehen. Für spätere Ziele wie die Dr. Kleemann-Zuchtausleseprüfung fehlt dann allerdings der dort laut Prüfungsordnung unverzichtbare Derby-Preis.